Was ist Follow?

Eine andere Welt erwacht zum Leben

Aus der Beschäftigung mit dem Thema „was war“ erwächst bei manchem Interessierten die Frage „was wäre wenn?“. Es gibt wissenschaftliche Ansätze, die sich mit kontrafaktischer Geschichtsschreibung beschäftigen, und es gibt Menschen, die es ganz genau wissen wollen: Die in ihrer Freizeit in Zeiten und Kulturen eintauchen, die sie faszinieren. Manche dieser Enthusiasten legen ihren Ehrgeiz dahinein, eine Epoche detail- und stilgenau wiederaufleben zu lassen., andere ergänzen ihre Vorstellungen um romantische oder phantastische Elemente.
Eine Vereinigung, die sich der Darstellung phantastischer Kulturen mit ihren Menschen und Geschöpfen widmet, existiert in Deutschland und dem deutschsprachigen Ausland seit 1966: Follow.

Wie es begann

Gegründet von Studenten, die heute noch als gestandene Väter und Großväter mit dabei sind, bietet Follow mehreren Hundert Mitgliedern jeglichen Alters die Möglichkeit in eine Phantasiewelt einzutauchen und in ihrer Freizeit diese Welt zu gestalten.
Vielfach haben die Kulturen und Völker dieser imaginären Welt reale Vorbilder – sei es die Shogun-Zeit des alten Japans, skythische Nomaden, keltische und normannische Völker, seefahrende Wikinger oder die Kapitäne der Hanse, um nur ein paar Beispiele zu nennen. Vom gotischen Reiterheer bis hin zum deutschen Rittertum findet sich fast alles, was dazu angetan ist, die Vorstellungskraft anzuregen.
Dazu kommen Anleihen aus der phantastischen Literatur, aus Filmen, aus alten Sagen und Mythen – oder auch völlig eigene Kreationen. Einzug auf Magira findet eine neue Kultur nach der Genehmigung durch ein internes Gremium. Nach der Anerkennung können weitere Interessierte zu deren Schöpfer stoßen, um zusammen jenes Volk weiter auszuarbeiten und zu simulieren.
Dabei verstehen sich die Fellows (wie sich die Mitglieder Follows nennen) nicht als Realitätsflüchtlinge, sondern sehen in der Schaffung der Welt Magira eine Möglichkeit, ihre Kreativität auszuleben und ihre Freizeit jenseits von Fernsehen und passivem Konsum zu gestalten, und nicht zuletzt auch als Gelegenheit, sich mit Gleichgesinnten intensiv mit realen Kulturen auseinander zu setzen.

Follow und der FC e.V.

Der FC e.V., ein anerkannt gemeinnütziger Literaturverein, bietet seinen Mitgliedern die Möglichkeit, in der FOLLOW genannten Veröffentlichung ihre Texte und Zeichnungen zu präsentieren.
Eine Vielzahl von Hobby- (und Profi-)Schreibern erdenkt seiten- und bücherweise die Geschichte der Welt Magira, füllen alle drei Monate über viele hundert Seiten der Vereinspublikation FOLLOW.

Informationen zu den Völkern Magiras, den Clans Follows und Veranstaltungen sowie Ansprechpartner finden sich unter www.follow.de.

Das Ewige Spiel (EWS)

Struktur und Hintergrund dieser alternativen Geschichtsschreibung ergeben sich aus den Interaktionen der Follower und aus dem nach festen Regeln ablaufenden „Ewigen Spiel“: seit über 30 Jahren kontinuierlich gespielt, beeinflussen Würfelglück und strategisches Geschick der Spieler die Schicksale der Völker. Krieg und Frieden, der Untergang und Aufstieg von Ländern und Herrschern wird hier simuliert.
Zur Zeit sind auf den vier Kontinenten der Welt Magira um die fünfzig Kulturen und Völker ansässig, von denen viele ihre Vertreter ins Ewige Spiel schicken.
Bei weitem aber den größten Teil der Vereinsaktivitäten nimmt das gesellige Zusammensein der Mitglieder ein. Man trifft sich für ein verlängertes Wochenende oder einmal im Jahr sogar für 10 Tage zum „Fest der Fantasie“.

Das Fest der Fantasie

Bei diesen Cons genannten Treffen (vom lat. Convent) schlüpfen die Fellows in die Rollen von erdachten Personen, die auf Magira leben. Ein Con ist vermutlich die beste Möglichkeit Follow kennen zu lernen. Jeder kann hier seine Wünsche und Fähigkeiten einbringen – und so ist der Goldschmied vielleicht auf Magira ein Zwerg – und bleibt bei seiner Profession –, aber der brave Angestellte wird vielleicht zum Gaukler, der Jonglage-Kunststücke aufführt, die ihm im Zivilleben niemand zutrauen würde.

Den Höhepunkt des Con-Jahres bildet das Fest der Fantasie. Nicht selten nimmt die ganze Familie teil, Kinder werden schon früh eingebunden und erleben eine Gemeinschaft, wo Herkunft und Beruf wenig oder gar nicht zählen und das Miteinander und das Ausüben des gemeinsamen Hobbys im Vordergrund steht. Musik, Kunst, Näherei und alle denkbaren Formen von Kreativität werden gemeinsam ausgeübt. Produkte dieser Kunstfertigkeit und kulturspezifische Spezialitäten werden auf dem traditionellen Markt feilgeboten, wo mit der von den Fellows selbstgeprägten Festwährung lebhafter Handel getrieben, gefeilscht und geschlemmt wird, während an allen Ecken und Enden Musik und Gesang ertönt.

Auch werden auf dem Fest der Fantasie besondere Leistungen auf den verschiedensten Gebieten prämiert, messen sich Männlein und Weiblein in Wettkämpfen miteinander. Die Disziplinen hierbei sind Bogenschießen, Speerwerfen und der Zweikampf mit der „Lanze“ – die am Ende mit einem profanen „Gummipöppel“ entschärft wird und gegen das Schild des Gegner geworfen wird – um diesen von der „Wippe“ zu werfen. Aber auch die Kenntnisse der Magiranischen Geschichte und Artikel, Feldherrenwissen, Geschichten und Kunstwerke, die besonders dazu beigetragen haben, Magira Leben einzuhauchen, werden mit Preisen bedacht.Ebenfalls auf dem Fest findet der „Marsch“ statt, Follows Variante des Live-Rollenspiels. Gewandet und mit viel Engagement ziehen Völkerscharen los, um die von den Veranstaltern erdachten Aufgaben zu meistern – meist mehr mit Geschicklichkeit, Intelligenz und Schlagfertigkeit als mit Waffen. Die Sieger dieses Wettbewerb werden genau wie die Würdenträger der übrigen Wettkämpfe während der Zeremonien mit Preisen gedacht. Die Zeremonien sind der Höhepunkt des Festes, hier versammeln sich am Freitagabend alle Anwesenden in ihren besten Gewändern um den Darbietungen der anderen Völker zu folgen, Proklamationen zu hören, die Würdenträger zu feiern, und zu erfahren, welcher Fellow in den Rang eines Lords/einer Lady erhoben wurde, und nun das Recht erhält, eine eigene Kultur zu gründen.

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